Lenz Stiftung

Lokales Engagement

Leben in Lichtenberg

SCHENKEN? Ja! Ingrid Lenz verband sich durch ihre Stiftung mit ihren Verwandten und einem ganzen Ort. Dadurch ist sie wieder glücklich.

Ingrid Lenz gründet die Jo. Und I. Lenz-Stiftung 2016. Damals musste sie einen schweren Schicksalsschlag verkraften, denn ihr Mann war kurz zuvor ganz unerwartet verstorben. Mit dem Tod zerplatzte der Traum von einem gemeinsamen Ruhestand in Lichtenberg inmitten des wildromantischen Frankenwalds. Hans-Joachim Lenz hatte dort seine Kindheit verbracht und betrieb in dem 1.000-Einwohner-Ort zusammen mit seinen Schwestern eine Fabrik für Verpackungskartonagen. "Wir lebten in Jesteburg, aber die Firma war unser Baby. Dadurch verbrachten wir die Wochenenden oft in Oberfranken. Wir hatten sogar eine Ferienwohnung, in die wir komplett einziehen wollten."

IM SINNE IHRES MANNES

Nach seinem Tod erschien Ingrid Lenz alles unendlich sinnlos. Trotzdem hielt sie an den Plänen fest. Denn dadurch fühlt sie sich ihrem Mann näher. "Ich bin zwar noch nicht nach Lichtenberg gezogen, aber ich habe überlegt, was ich mit seinem Erbanteil machen kann. Irgendwann saß ich bei Herrn Buschka im Büro und ließ mich beraten."

Ein Zweck für die Stiftung war schnell gefunden. Denn durch ihre Nichte Janneke Klasen und deren zwei kleine Kinder wusste Ingrid Lenz, dass es in Lichtenberg kaum Freizeitangebote für jüngere Menschen gibt. "Und es sollen sich ja nicht nur Rentner wie ich in Lichtenberg wohlfühlen." Janneke Klasen war begeistert und begann, mit befreundeten Müttern einen Spielplatz zu planen. "Natürlich mit dem Einverständnis meiner Tante. Deren einzige Bedingung war eine große Korbschaukel – die findet sie so hübsch", so Janneke Klasen.

Diese Korbschaukel hängt auf dem Spielplatz nun in der Nähe einer Rutsche und eines riesengroßen Stangen-Mikados zum Klettern, das nach Entwürfen eines Dresdner Holzbildhauers gefertigt wurde. Bei der Einweihung im Mai schnitt Ingrid Lenz das rote Band durch – inmitten des Blitzlichtgewitters der Lokalreporter und unter dem Applaus glücklicher Eltern und der Familie ihres Mannes. Mit ihr wuchs sie durch die Stiftung noch enger zusammen. Luftballons schwebten anschließend in den Himmel. Ingrid Lenz sah ihnen lange nach.


Foto © Thomas Eisenhut