Michael Behrendt
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hapag-Lloyd AG
„Es geht darum, Gemeinschaft und Gemeinsinn zu fördern“
„Als ich gefragt wurde, ob ich Mitglied im Kuratorium der Haspa Hamburg Stiftung werden möchte, habe ich nicht lange gezögert. Denn aus meiner langjährigen Erfahrung, aus der Arbeit in und mit vielen Stiftungen, großen, aber auch kleinen Einrichtungen, weiß ich, wie wichtig ihre Arbeit für unser Gemeinwesen ist – und vor welchen Hürden gerade mittlere und kleinere Stiftungen im Alltag stehen. Mich spricht deshalb besonders an, dass es die Haspa Hamburg Stiftung Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen und Verbänden möglich macht, schnell und unbürokratisch eine eigene Stiftung auf die Beine zu stellen.
Und mich beeindruckt, dass die Haspa Hamburg Stiftung heute mehr als 300 Stiftungen ein Dach bietet. Eine große Stiftergemeinschaft, die enorm viel bewegt in der Metropolregion Hamburg und darüber hinaus – und deren Stifterversammlung wohl nicht zufällig auch „Familientreffen“ genannt wird.
Aus meiner Arbeit im Vorstand des Stifterverbandes der deutschen Wirtschaft weiß ich, wie wichtig diese Institution ist, wenn es darum geht, dass Unternehmen und Stiftungen gemeinsam daran arbeiten, unser Land wettbewerbsfähig und innovativ zu machen. Im Fall der Haspa Hamburg Stiftung möchte ich noch einen Aspekt hinzufügen, der gerade in diesen Zeiten wichtiger wird, die von großen Umbrüchen geprägt sind, von Kriegen und Krisen: Es geht auch darum, Gemeinschaft und Gemeinsinn zu fördern.
Die Vielfalt der Stiftungen, die sich in der Haspa Hamburg Stiftung vereinigen, von Kinderschutz über Obdachlosenhilfe bis zur Sport- und Kunstförderung, bietet dazu beste Voraussetzungen. Jede einzelne Stiftung leistet Großes auf ihrem Gebiet. Ich will nach Kräften mit meiner Erfahrung dazu beitragen, das Netzwerk noch ertragreicher zu knüpfen – zum Wohle meiner Heimatstadt.“
Herr Behrendt, Sie sagten mal über Ihr Credo als Chefaufseher bei Hapag Lloyd: „Wenn man mich um Rat bittet, helfe ich gern, aber ich dränge mich nicht auf.“ Kam es so auch zu Ihrem Engagement im Kuratorium der Haspa Hamburg Stiftung?
Ja, so war es auch in diesem Fall. Harald Vogelsang hatte mich auf die Haspa Stiftung angesprochen, und als ich mir die Stiftung und ihr Engagement ein bisschen näher angeschaut habe, war ich doch beeindruckt, was sie so alles leistet für meine Heimatstadt – und welche enorm positive Entwicklung sie in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten genommen hat. Zudem kenne und schätze ich Karl-Joachim Dreyer sehr, der bekanntlich dieses wunderbare Projekt ins Leben gerufen hat. Da war es dann für mich keine Frage, dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch hier einbringe.
Sie bekleiden einige Ehrenämter, sind selbst Vorsitzender des Vorstands der Hapag-Lloyd-Stiftung. Haben Sie sich spezielle Aufgaben oder Ziele gesetzt für Ihre neue Rolle als Kuratoriumsmitglied?
Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine konkreten Ziele mit meinem Engagement. Die Stiftung lief ja auch bisher bereits sehr gut. Ich kann über das Kuratorium vielleicht eine gewisse Lebenserfahrung einbringen, eine berufliche Expertise und den einen oder anderen Kontakt – und so vielleicht mithelfen, gemeinsam mit den anderen die Stiftung auf dem Erfolgskurs zu halten.
Sie sind bekannt dafür, sich auf vielfältige Weise für die Stadt Hamburg zu engagieren. Tut die Stadt selbst genug dafür, sich für ihre Bürger zu engagieren – und wie kann Stiften hier weiterhelfen?
Ja, mir ist es ein Herzensanliegen, dass Unternehmen und Unternehmen, die ja von den guten Rahmenbedingungen hier vor Ort profitieren, auch etwas zurückgeben. Die Stadt selbst tut vieles, soweit es ihr möglich ist. Das könnte sicher immer mehr sein, aber man kann ja bekanntlich nur Geld ausgeben, welches man vorher eingenommen hat. Und es gibt gerade in Hamburg eine Tradition, dass die viele Stiftungen am Standort sich hier in vielerlei Weise Gutes tuend einbringen – und ganz vorn eben die Haspa Hamburg Stiftung. Ihr Wirken ist wie auch das vieler anderer Stiftungen, gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen, vor denen wir stehen, absolut unverzichtbar.